Eine Diplomarbeit aus dem Jahre 2007 geht der Frage nach, inwiefern der Wienerwald durch die Deklaration als Landschaftsschutzgebiet dem Suburbanisierungsprozess der letzten 25 Jahre entgegenwirken konnte und ob Schutzgebiete wirksame Instrumente sind, um Suburbia einzuschränken.
Eine der beiden untersuchten Beispielgemeinden, anhand derer die Autorin Wibke Strahl die Siedlungsentwicklung (Zubauten, Flächenverbrauch,…) in den letzten 25 Jahren im Wienerwald aufzeigt, ist Maria Anzbach (die andere: Wolfsgraben).
Zitat aus der Arbeit:
Im Land Niederösterreich gibt es zudem keine Zweitwohnsitzsteuer, sodass die Gemeinden indirekt gezwungen werden, auf mehr hauptwohnsitzgemeldete Personen zu kommen, um somit mehr Steuereinnahmen zu lukrieren. (…) Aufgrund dessen ist es nicht verwunderlich, dass Maria-Anzbachs Bürgermeister die Einwohnerzahl in den nächsten Jahren von ca. 3.500 auf 5.000 anheben möchte, wenn auch nur durch Zweitwohnsitze. Mit diesem Vorhaben manövriert er Maria-Anzbach mit großer Sicherheit in die so genannte Verschuldungsschere, da auf die Gemeinde durch zusätzliche Einwohner auch zusätzliche Kosten zukommen, die durch den Finanzausgleich kaum zu finanzieren sind, wobei dieser durch Zweitwohnsitzmeldungen zudem noch ausbleibt. Hinzu kommt die Tatsache, dass das Bauland in der Gemeinde mehr gehortet als verkauft wird, weswegen auf flächensparende Bebauungsformen zurückgegriffen wird, was aus Sicht der Nachhaltigkeit löblich ist, jedoch den Siedlungscharakter des ländlichen Raumes zunehmend urban überprägt.
In Maria Anzbach fehlt nach wie vor ein Gemeindeentwicklungskonzept. Nicht zuletzt die Ausführungen der Diplomarbeit zeigen, dass ein dringender Bedarf daran herrscht …
Die ganze Diplomarbeit hier als Download (10MB)